Fernmeldetechnik

FM Gruppe bereit zum Abmarsch, oben OF Harry Dettenborn.

„Die Aufgaben der Truppenfernmelder sind das Herstellen und Betreiben von Funk- und Fernsprechverbindungen sowie das Bereitstellen und die Wartung der technischen Kommunikationsausstattung. „

Die Truppenfernmelder unseres Bataillons (FM-Grp 1./251) stellte die befohlenen Verbindungen des Bataillons zu seinen unterstellten Truppenteilen, zu den Nachbarn sowie zum vorgesetzten Truppenteil her. Dies war als Feldkabel- oder Sprechfunkverbindung möglich. Für eine verschlüsselte Verbindung wurde entsprechende Technik vorgehalten. Darüber hinaus wurden Fernmelder zur Sicherung des Gefechtsstands eingesetzt.

Disziplinarisch war die FM-Grp der 1. Kompanie zugeordnet, der Fachvorgesetzte war der FM-Offz des Bataillons.

Mit dem FM-Offz LLBrig 25 (Major Spiekermann – 1985) trafen sich die Truppenfernmelder der Brigade jährlich auf der Burg Alt-Eberstein in Ebersteinburg (Baden-Baden) zur Weiterbildung. Bis 1980 wurde die Prinz-Eugen-Hütte in Mitteltal genutzt. Man kannte sich nicht nur vom Funk!




Feldkabel

Der Feldkabelbautrupp bestand aus einem Unteroffizier und 2 Mannschaftsdienstgraden. Ihr Fahrzeug war ein VW Iltis als 3-Sitzer, da man im Fahrzeug den Feldkabelrüstsatz unterbringen musste. Optisches Erkennungszeichen war die Aufnahme für eine Warn-Rundumleuchte (Gelb) auf der Fahrerseite, denn das langsame Verlegen des Feldkabels vom Fahrzeug musste verkehrssicher erfolgen.

Geräte zur Vermittlung, Feldfernsprecher, Feldkabel Abspulgerät, Drahtgabel, Werkzeug, Batterien, und ein Arsenal von Feldkabeltrommeln á 800 m feinstes Feldkabel gehörten zur Ausstattung.

Meist wurde während Übungen auf den Einsatz von Feldkabel verzichtet, da die Truppenteile sehr beweglich waren. Erst wenn das Halten von Positionen sich abzeichnete, wurde auch schon mal eine Feldkabelverbindung hergestellt.

Auf Truppenübungsplätzen und auf Schießbahnen war der Einsatz einer Vermittlung und das Mitführen von Feldfernsprechern FF 54 OB/ZB (Orts- Zentralbetrieb) obligatorisch.

VW Iltis Feldkabelbautrupp
Feldfernsprechern FF 54 OB/ZB
FSP Vermittlung 10/OB

Sprechfunk

Die übliche Art der Verbindung war der Sprechfunk als Führungsmittel.

Ein Funktrupp bestand aus einem FM-Uffz mit zwei Mannschaftsdienstgraden. Der Funktrupp 1 wurde vom FM-GrpFhr, einem Feldwebel, geführt. Der Funktrupp richtete nach Erreichen des Einsatzraumes in unmittelbarer Nähe des Bataillonsgefechtsstandes die Funkstelle ein. Er meldete meist wenige Minuten nach Eintreffen dem S3-Feldwebel „Betriebsbereitschaft hergestellt“. Kurze Zeit später übergab ein Fernmelder ein FBG (Fernbediengerät) mit Handapparat dem S3-Feldwebel, welches durch Feldkabel mit dem Funkgerät verbunden war.

Zur FM-Grp gehörten drei Funktrupps auf Kraka. Zum FM-Rüstsatz auf KRAKA gehörte ein großer Staukasten. Hinter dem Staukasten waren 2 SEM 25 (2 Funkkreise, Btl und Brig) und entsprechend 2 Stabantennen verbaut. Auf einem KRAKA der FM-Gruppe war ein SEM 25 und ein EM 20 verbaut.

Im Einsatz war die SEM Gerätereihe SEM 25, 35, 52 EM 20. Die auf den Fotos erkennbare „Antenne Standbetrieb“ konnte sowohl am Fahrzeug als auch abgesetzt aufgebaut werden. Zudem führte jeder Trupp einen Stromerzeuger (Moppel) mit. Nicht nur die Antenne, der ganze FM-Trp konnte abgesetzt auf 800m Distanz zum Gefechtsstand, sozusagen mit analogem Remote, betrieben werden.

Grundsätzlich kann man sagen, dass die Btl-FM Gruppe eine Verbindung SEM 25 zur Brigade bzw. zur übergeordneten Einheit betreiben musste. Auf dem zweiten SEM 25 wurde der Btl-Funkkreis zur Verbindung mit den Kompanien betrieben.

Die Kompaniechefs hatten in ihren Führungsfahrzeugen (VW Iltis) zur Verbindung mit dem Btl ein SEM 25 verbaut. Die Funkverbindung im Kompanie-Funkkreis zu den Zügen wurde mit SEM 35 hergestellt.

Die Zugführer waren mit SEM 35 ausgestattet, welches mobil, als auch fest im Führungsfahrzeug, einsetzbar war.

Auf Gruppenführer Ebene war das SEM 52 im Einsatz.

Gesprochen wurde nicht vollständig im Klartext, sondern Begriffe, Einheiten und Koordinaten wurden kodiert. Dazu hatten alle Endstellen mehrere „Sprechtafeln“. Durch den FM-Offz wurden diese Sprechtafeln erstellt und verteilt. Eine Sprechtafel wurde kontinuierlich gewechselt, spätestens wenn der Gegner durchblickte. Mit der Sprechtafel konnte sich jeder Funkteilnehmer „authentifizieren“, also der Gegenstelle beweisen, dass man die gleiche Sprechtafel hatte.

Beispiel: Abfrage-Antwort-Authentifizierung durch das Bataillon an die 2. Kompanie

„ORNAMENT hier RUFMORD, wie lautet Authentifizierung für ZULU, kommen.“ –

Eine richtige Antwort wäre nach der abgebildeten Sprechtafel: „RUFMORD, Hier ORNAMENT, Authentifizierung für ZULU lautet: TANGO – QUEBEC, JULIETT – SIERRA, LIMA – VICTOR, kommen.“

(Taschenkarte Nr. 9 „Fernmeldedienst aller Truppen“)

Foto: netzfund, Anm.: Erdnagel fehlt!! Rundumleuchte war nicht verbaut, Taktisches Zeichen falsch (1. Kompanie)
Beispiel Sprechtafel (netzfund)
FBG – Fernbediengerät
Foto: netzfund, Antenne standbetrieb (6m)
SEM 25
SEM 35
SEM 52