1956 – 1959

1956

Das Luftlandejägerbataillon 106 wird am 01.08.1956 in der Mühlbergkaserne in Ellwangen aufgestellt. Bis 18.00 Uhr haben sich 20 Freiwillige zu melden.

Die 3. Kp bildet später das Fallschirmjägerbataillon 251 (Luftlandejägerbataillon 29) in Altenstadt. Auch das Fallschirmjägerbataillon 261 (Luftlandejägerbataillon 9) und das Fallschirmjägerbataillon 262 (Luftlandejägerbataillon 19) gehen aus dieser Truppe hervor.

Im November 1960 stellt unser Bataillon Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften für die Aufstellung des Fallschirmjägerbataillon 252 in Clausthal-Zellerfeld und dem Fallschirmjägerbataillon 291 in Stetten a.k.M (am 1. November 1971 in Fallschirmjägerbataillon 271 umbenannt).

Kommandeur des Luftlandejägerbataillon 106 war Oberstleutnant Erich Timm, ein Offizier der Fallschirmtruppe der Wehrmacht. Die meisten Freiwilligen rekrutierten sich aus der Polizei und dem Bundesgrenzschutz.

Am 23. November 1956 wurde mit Aufstellungsbefehl Nr. 39 (Heer) zum 2. Januar 1957 die Aufstellung der 1. Luftlandedivision aus Teilen der kurz zuvor aufgestellten 106. Luftlandebrigade befohlen. Sitz des Stabes wurde Esslingen. Durch ihre Luftbeweglichkeit ist die Luftlandedivision als einziger Großverband des deutschen Heeres zum Einsatz im gesamten Bundesgebiet geeignet und dementsprechend weiträumig disloziert. Der 1. Luftlandedivision, die dem II. Korps angehörte, waren bei ihrer Aufstellung folgende Truppenteile zugeordnet:

– Stab und Stabskompanie
– Luftlandekampfgruppe A 9
– Luftlandekampfgruppe B 9
– Luftlande-Fernmeldekompanie 9
– Luftlande-Panzeraufklärungskompanie 9
– Luftlande-Jägerbataillon 9
– Luftlande-Jägerbataillon 19
– Luftlande-Jägerbataillon 29
– Luftlande-Artilleriebataillon 9
– Luftlande-Panzerjägerbataillon 9
– Luftlande-Fugabwehrartilleriebataillon 9
– Luftlande-Pionierkompanie 9

1957

Die Prinz-Franz-Kaserne in Kempten

Das Luftlandejägerbataillon 29 wird im Frühjahr 1957 in Kempten aufgestellt. Anfang Februar trifft beim Vorauskommando der Kommandeur dieses Verbandes, Oberstleutnant Gerhart Schirmer, ein. Die vordringlichen Aufgaben sind Ausbildung des Stammpersonals und Vorbereitung der Verlegung nach Altenstadt.

Im April verlegt das Bataillon nach Altenstadt, dem späteren Sitz der Luftlande- und Lufttransportschule. Die 1. und 2. Kompanie steht in der Rekrutenausbildung, die 4. Kompanie (Mörserkompanie) führt bis zur Rekrutenaufnahme im Juli Vollausbildung durch, ebenso die Stabs- und Versorgungskompanie.

Im Mai übernimmt OTL Hoffmann als neuer Kommandeur das Bataillon. OTL Schirmer wird zum gleichen Zeitpunkt mit der Aufstellung und Führung der LL-Kampfgruppe A9 (später Luftlandebrigade 25) beauftragt.

03. Juni 1957
Iller-Unglück: Beim Durchqueren der Iller ertrinken 15 Soldaten des 4 Zuges der 2. Kompanie Luftlandejägerbataillon 19 (Kompaniechef: Oberleutnant Alfred Sommer)

Bericht bei wikipedia.de 

Sprungdienst Noratlas

Das Jahr wird für die Vollausbildung genutzt. Den Abschluss bildet im Herbst der gemeinsame Truppenübungsplatzaufenthalt auf dem Heuberg mit allen Divisionstruppenteilen.

Besuch in Schongau 
(ganz links OTL Hofmann) mit BmVg Franz-Josef Strauss

Im August besucht der Verteidigungsminister Franz-Josef Strauss das Bataillon in Altenstadt.

1958

Am 26.02.1958 verlegt das Bataillon an seinen neuen Standort Boeblingen (Wildermuthkaserne, ehem. Fliegerhorstkaserne) im Austausch mit dem LLFlaBtl 9.

Das Btl in Boeblingen, vorne SU Sawall
Eingang zur Wildermuth Kaserne in Böblingen
Einzug in Böblingen

Hier übernimmt am 23.04.1958 der Oberbefehlshaber der Landstreitkräfte Mitteleuropa (COMLANDCENT), General Dr. Hans Speidel, die Luftlande-Kampfgruppe 9 als ersten Kampfverband in die NATO.

Am 23. April 1958 konnte die 1. LL-Division der NATO assigniert werden. Mit der Umsetzung der Heeresstruktur 2 ab dem 16. März 1959 wurden die Luftlande-Kampfgruppen A 9 und B 9 in Fallschirmjägerbrigaden 25 und 26 umbenannt.

Ende 1961 verfügte die 1. Luftlandedivision über die:
– Fallschirmjägerbrigade 25
– Fallschirmjägerbrigade 26

sowie als Divisionstruppen:
– Luftlandefernmeldebataillon 9
– Fallschirmjägerbataillon 261
– Fallschirmjägerbataillon 252
– Fallschirmjägerbataillon 291
– Luftlandepionierbataillon 9
– Heeresfliegerstaffel 9
– Heeresmusikkorps 9
– Fallschirmartilleriebataillon 255
– Luftlandeflugabwehrbataillon 9

General Hans Speidel bei seiner Ansprache 

Abschreiten der Front
(v.l.n.r.: Brigadekommandeur Oberst Gerhart Schirmer, KG II. Korps Generalleutnant Max-Josef Pemsel, Kdr 1. LLDiv Brigadegeneral Hans Kroh, General Hans Speidel)
Das Pendel
Windesel

Im August wird OTL Schmücker neuer Kommandeur. Unter ihm wird zielbewusst weiter auf die Ausbildung für den Sprungeinsatz hingearbeitet.  

1959

Im Rahmen der Umgliederung Heeresstruktur 2 wird das Bataillon am 01.04.1959 in Fallschirmjägerbataillon 251 umbenannt. Große Anstrengungen gelten dem ganzen Sommer über der Vorbereitung der Herbstübungen. Am 30.08.1959 findet ein Großflugtag in Böblingen statt. 29 Springer landen in der Kaserne. Dann wird das Bataillon beim Manöver „Ulmer Spatz“ vom 04. bis 08.09.1959 eingesetzt.

Ausbildung am Sprungturm

Noch von den Manöverbällen rücken die Kompanien alarmmäßig in ihre Verfügungsräume. Das Bataillon wird bei der Übung „Zoller Eck“ vom 08. bis 09.09.1959 verstärkt durch Fallschirmpioniere und Fallschirmartilleristen über dem alten Feldflugplatz Neuhausen ob Eck beim Donauknie ostwärts Tuttlingen abgesetzt. Diese Unternehmen ist Höhepunkt und Krönung des bisher geleisteten Ausbildung. Diese Einsatzbereitschaft gilt es zu halten. Entlassungen und geringere Einstellungen von Freiwilligen erschweren das Planen auf lange Sicht erheblich.

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