2. Kompanie des KSK wird aufgelöst

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) hatte Ende Juni angekündigt, das KSK nach einer Serie rechtsextremer Vorfälle grundlegend umzustrukturieren und die 2. Kompanie aufzulösen. Foto: Bundeswehr/Christian Thiel

Berlin. Die angekündigte Auflösung der 2. Kompanie des Kommandos Spezialkräfte der Bundeswehr als Reaktion auf rechtsextreme Vorfälle erfolgt zum 1. August. Dies geschehe, «um die dort über Jahre gewachsene falsche Führungskultur sowie den Nährboden für extremistische Tendenzen zu beseitigen», teilte der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Alfons Mais, am Mittwoch in Berlin mit. Zugleich sagte er Extremisten in der Bundeswehr den Kampf an: «Wer nicht unverrückbar hinter unserer Verfassung und den sich daraus ableitenden Werten steht, gehört nicht zu uns und ist mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln aus den Streitkräften zu entfernen.»

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) hatte Ende Juni angekündigt, das KSK nach einer Serie rechtsextremer Vorfälle grundlegend umzustrukturieren und die 2. Kompanie aufzulösen. Diese hatte die sogenannte Schweinekopf-Party im April 2017 veranstaltet. Bei der Abschiedsfeier für einen KSK-Kommandeur hatten Soldaten mit Schweineköpfen geworfen, Rechtsrock gehört und den Hitlergruß gezeigt.

Im Januar 2020 gab der Militärische Abschirmdienst (MAD) bekannt, dass bei der Elitetruppe 20 Soldaten unter Rechtsextremismus-Verdacht stehen. Im Mai wurde dann auf dem Grundstück eines KSK-Soldaten in Sachsen ein Waffenversteck mit Munition und Sprengstoff von der Polizei ausgehoben. Außerdem wurde bekannt, dass Zehntausende Schuss Munition fehlen.

Kramp-Karrenbauer setzte eine Arbeitsgruppe ein, um ein Konzept zur Unterbindung rechtsextremistischer Tendenzen im KSK zu erarbeiten. Deren Bericht umfasst laut Mais 60 Einzelmaßnahmen. Zu den schon auf den Weg gebrachten Punkten gehöre neben der bevorstehenden Auflösung der 2. Kompanie das Entwickeln eines zweistufigen Auswahlverfahrens für künftige Führungskräfte im KSK zusammen mit dem Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr.

«Das jetzt geschnürte Maßnahmenpaket setzt den festgestellten Fehlentwicklungen sehr deutliche Konsequenzen entgegen, stellt dabei Weichen für einen tiefgreifenden, nachhaltigen Veränderungsprozess und erhält doch die Einsatzbereitschaft des KSK» betonte der General.

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